Studie zum Hebammenmangel in Deutschland: Jede fünfte Mutter findet keine Hebamme
Etwa jede fünfte Frau in Deutschland hat nach der Geburt keine Hebamme für die Nachsorge – vor allem, weil in ihrer Nähe keine verfügbar ist. Das zeigt eine Befragung von 1.000 Müttern durch das Marktforschungsinstitut SKOPOS im Auftrag der Kartenmacherei. Ein Drittel wusste zudem nicht, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett gibt. Wichtigster Tipp: früh mit der Suche beginnen.
Wie groß ist der Hebammenmangel?
Der Hebammenmangel beschäftigt seit Langem die Medien – konkrete Zahlen fehlten jedoch. Deshalb befragte das Marktforschungsinstitut SKOPOS im Auftrag der Kartenmacherei 1.000 Mütter zu ihrer Suche nach einer Nachsorgehebamme. Ergebnis: Rund 20 Prozent nahmen keine Hebamme für die Nachsorge in Anspruch. Der häufigste Grund: Für fast die Hälfte war schlicht keine Hebamme in der Nähe verfügbar. Und 33 Prozent wussten nicht, dass sie nach der Geburt einen gesetzlichen Anspruch auf Hebammenhilfe im Wochenbett haben.
Wobei brauchen Mütter nach der Geburt Unterstützung?
Trotz aller Vorbereitung tauchen die meisten Fragen erst nach der Geburt auf. Dann wünschen sich Mütter eine einfühlsame, kompetente Ansprechperson. Besonders wichtig sind Antworten zu:
| Gesundheit des Kindes | 87 % |
|---|---|
| Säuglingspflege | 85,6 % |
| Stillen | 80 % |
| eigene Gesundheit | 74 % |
| emotionaler Beistand | 64 % |
Wie finde ich eine Hebamme?
Über die Hälfte der befragten Frauen fand innerhalb einer Woche eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung – doch bei 43 Prozent dauerte die Suche einen Monat oder länger. Mehr als ein Fünftel begann erst nach dem sechsten Schwangerschaftsmonat mit der Suche, was relativ spät ist und zusätzlichen Stress verursachen kann. Deshalb:
- Früh anfangen: Beginnen Sie so früh wie möglich in der Schwangerschaft mit der Suche.
- Bekanntenkreis fragen: Mehr als ein Viertel wurde über Freundinnen und Bekannte fündig.
- Online suchen: Ebenfalls mehr als ein Viertel fand die Hebamme im Internet.
- In der Frauenarztpraxis nachfragen: Das führte bei 16,8 % zum Erfolg (siehe auch Frauenarzt oder Frauenärztin?).
- Klinik und Hebammenverband: Sie spielten mit 10,8 % bzw. 9,3 % eine kleinere Rolle, sind aber einen Versuch wert.
Keine Hebamme gefunden – was nun?
Wenn die Suche erfolglos bleibt, wissen sich junge Eltern zu helfen: Für über 80 Prozent ist dann die Kinderärztin oder der Kinderarzt die wichtigste Ansprechperson. Mehr als die Hälfte nutzt Infomaterial aus Kliniken oder Frauenarztpraxen, und Bekanntenkreis sowie Internet sind mit jeweils 59 Prozent gleich wichtige Informationsquellen.
Häufige Fragen
Habe ich Anspruch auf eine Hebamme nach der Geburt?
Ja. Nach der Geburt besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Hebammenhilfe in der Wochenbettbetreuung. Laut Studie wussten das 33 Prozent der befragten Mütter nicht.
Wann sollte ich mit der Hebammensuche beginnen?
So früh wie möglich in der Schwangerschaft. Bei 43 Prozent der befragten Frauen dauerte die Suche einen Monat oder länger.
Wo finde ich eine Hebamme?
Am häufigsten über den Bekanntenkreis und das Internet, außerdem über die Frauenarztpraxis, Kliniken oder den Hebammenverband.
Was tun, wenn ich keine Hebamme finde?
Die meisten Eltern wenden sich dann an die Kinderärztin oder den Kinderarzt und nutzen Infomaterial von Kliniken und Frauenarztpraxen.
Quelle: Befragung von 1.000 Müttern durch SKOPOS im Auftrag der Kartenmacherei – vollständige Studie
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
