Mundspülung selbst herstellen: natürliches Mundwasser gegen Mundgeruch und Zahnfleischentzündung
Eine natürliche Mundspülung lässt sich aus Wasser oder Kräutertee, einigen Tropfen Pflanzentinkturen (Calendula, Echinacea, Ratanhia, Propolis) und etwas Birkenzucker (Xylit) in wenigen Minuten selbst herstellen. Sie ergänzt Zähneputzen und Zahnseide, sorgt für frischen Atem und kann Zahnfleischentzündungen vorbeugen.
Warum eine Mundspülung sinnvoll ist
Zur Zahnpflege gehören: mindestens zweimal täglich Zähne putzen und mindestens einmal täglich die Zwischenräume mit Interdentalbürste oder Zahnseide reinigen. Eine Mundspülung kann das ergänzen. Spülen Sie vor dem Zähneputzen, entfernen Sie Rückstände säurehaltiger Lebensmittel wie Zitrusfrüchte schonend. Putzt man direkt nach dem Verzehr von Obst mit Bürste und Zahnpasta, kann das den Zahnschmelz schädigen. Außerdem sorgt die Spülung für frischen Atem und hilft bei Zahnfleischentzündungen.
Rezept: Mundwasser selbst herstellen
- 150 ml stilles Wasser oder Leitungswasser (unchloriert)
- 20 Tropfen Calendula-Urtinktur (Ringelblume)
- 5–8 Tropfen Echinacea-Urtinktur (Roter Sonnenhut)
- 5–8 Tropfen Ratanhia-Urtinktur
- 10 Tropfen Propolis-Tinktur (bei akuter Zahnfleischentzündung 20 Tropfen)
- 1 gehäufter TL Xylit (Birkenzucker) oder Manuka-Honig (nur mit Zertifikat)
- optional: 1 TL Natron
- Alle Zutaten in ein Glas mit Schraubverschluss geben und gut schütteln – oder in einem Trinkglas mit Deckel verrühren. Verwenden Sie Glas statt Plastik, da sich aus Kunststoff unerwünschte Stoffe lösen können.
- Einen Schluck etwa 3 Minuten im Mund behalten und kräftig durch die Zahnzwischenräume ziehen.
- Ausspucken – das Mundwasser nicht schlucken.
- Abgedeckt aufbewahren und innerhalb einer Woche verbrauchen.
Varianten
- Gegen Zahnfleischentzündung: statt Wasser Salbei- oder Eichenrindentee oder eine Mischung aus Salbei- und Thymiantee; auch Kamillen- oder Rosmarintee sind möglich.
- Mit Salz: Wer keine Füllungen oder Zahnersatz aus Metall hat, kann statt Xylit Salz ohne Rieselhilfe nehmen.
- Mit ätherischen Ölen: Pfefferminz- oder Teebaumöl nur stark verdünnt und nur ohne Allergien verwenden. Mundwasser mit ätherischen Ölen immer frisch zubereiten, da sich die Öle schnell verflüchtigen.
Wie wirken die Zutaten?
- Calendula (Ringelblume)
- Hilft bei Entzündungen und kleinen Wunden im Mund- und Rachenraum, lindert Zahnfleisch- und Schleimhautentzündungen, wirkt desinfizierend, abschwellend und fördert die Wundheilung.
- Echinacea (Roter Sonnenhut)
- Nicht nur bei Erkältungen gefragt: Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und schmerzlindernd, unterstützt die Wundheilung und stärkt die Widerstandskraft des Gewebes.
- Ratanhia
- Die Tinktur aus der getrockneten Wurzel ist reich an Gerbstoffen. Sie wirkt zusammenziehend (adstringierend) und entzündungshemmend und beugt Zahnfleischentzündungen vor.
- Propolis
- Wurde mir von meinem Zahnarzt gegen Zahnfleischentzündung empfohlen. Propolis bekämpft Bakterien, Viren und Pilze, fördert die Heilung und kann – ähnlich wie Gewürznelke – Zahnschmerzen bis zum Zahnarzttermin lindern. Achten Sie darauf, dass sich die Tinktur in Wasser löst; Propolis auf Wasserbasis erhält die Inhaltsstoffe besser als alkoholische Lösungen.
- Xylit (Birkenzucker)
- Studien zeigen, dass Xylit Karies vorbeugt und die Mineralisierung des Zahnschmelzes unterstützt. Da sich weniger Zahnbelag und Zahnstein bilden, kann es auch Parodontitis vorbeugen. Die Bezeichnung „Birkenzucker“ verrät nicht die Herkunft – viele Hersteller gewinnen Xylit aus Mais. Bevorzugen Sie Xylit aus Birken- oder Buchenrinde bzw. aus gentechnikfreiem Mais.
- Manuka-Honig
- Kann weit mehr, als die Zähne zu schützen – mehr dazu im Beitrag Manuka-Honig.
- Natron (optional)
- Nur reines Natriumhydrogencarbonat verwenden, kein Backpulver. Natron neutralisiert Säurereste zwischen den Zähnen, hilft gegen Mundgeruch und unterstützt eine ausgeglichene Mundflora. Innerlich (z. B. bei Sodbrennen) sollte es nur in Akutfällen eingenommen werden, da es auch die Magensäure neutralisiert; wiederkehrendes Sodbrennen gehört ärztlich abgeklärt.
- Teebaumöl (optional)
- Nur 100 % naturreines Öl, stark verdünnt und nie bei Kindern. Es wirkt antiseptisch und gegen Pilze, kann aber Allergien auslösen.
Meine Erfahrung mit Birkenzucker
Ich verwende seit Jahren Birkenzucker in dieser selbst hergestellten Mundspülung und als Zahnpflegekaugummi – seitdem habe ich kein Zahnfleischbluten und keine Zahnfleischentzündung mehr. Xylit können Sie auch pur verwenden: einen Teelöffel in den Mund nehmen und durchspülen. Das regt die Speichelbildung an.
Ölziehen als Alternative
Eine Alternative ist die Mundspülung mit Öl, das Ölziehen. Beides lässt sich kombinieren: morgens Ölziehen, abends Mundwasser. Ölziehen macht die Zahnoberfläche glatt, sodass sich weniger Zahnstein bildet, und hellt die Zähne auf. Beide Methoden helfen gegen Mundgeruch. Hält Mundgeruch länger an, lassen Sie die Ursache bitte zahnärztlich oder ärztlich abklären.
Wichtig: Mundhygiene nicht übertreiben
Eine gründliche Mundhygiene ist notwendig, sollte aber nicht übertrieben werden. Die gesunde Mundflora – nützliche Mikroorganismen, die uns vor Krankheitserregern schützen – wird durch zu starke Mittel mit zerstört. Bei gründlicher Pflege morgens und abends reicht es zwischendurch meist, den Mund mit stillem Wasser oder einem Teelöffel Xylit auszuspülen oder einen Zahnpflegekaugummi mit Xylit zu kauen.
Häufige Fragen
Wie stelle ich eine natürliche Mundspülung her?
Mischen Sie 150 ml stilles Wasser mit 20 Tropfen Calendula-, je 5 bis 8 Tropfen Echinacea- und Ratanhia-Urtinktur, 10 Tropfen Propolis-Tinktur und einem gehäuften Teelöffel Xylit in einem Glas.
Wie lange ist selbst gemachtes Mundwasser haltbar?
Abgedeckt etwa eine Woche. Mit ätherischen Ölen sollte es immer frisch zubereitet werden.
Soll man vor oder nach dem Zähneputzen spülen?
Vor dem Zähneputzen ist sinnvoll, weil so Säurereste etwa von Zitrusfrüchten schonend entfernt werden, bevor gebürstet wird.
Hilft Xylit gegen Karies?
Studien zeigen, dass Xylit Karies vorbeugt, die Mineralisierung des Zahnschmelzes unterstützt und die Bildung von Zahnbelag verringert.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
