Ernährung

Ist der Body-Mass-Index (BMI) noch zeitgemäß? Warum der WHtR aussagekräftiger ist

Maßband um die Taille – Messung für das Taille-Größe-Verhältnis

Der WHtR (Waist-to-Height Ratio) – das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße – bewertet gesundheitliche Risiken durch Übergewicht besser als der Body-Mass-Index (BMI). Das zeigte eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München mit über 11.000 Teilnehmenden. Der Grund: Der WHtR erfasst das besonders riskante Bauchfett. Berechnet wird er ganz einfach: Taillenumfang geteilt durch Körpergröße.

Was ist der Nachteil des BMI?

Der BMI unterscheidet nicht, wo sich das Fett befindet. Gerade das ist aber entscheidend: Zu viel Bauchfett erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes. Außerdem liefert der BMI bei sehr muskulösen Menschen falsche Ergebnisse, weil Muskeln schwerer sind als Fett.

Was ist der WHtR?

Der WHtR setzt den Taillenumfang ins Verhältnis zur Körpergröße und berücksichtigt bei der Bewertung das Alter. Laut der Münchner Studie mit über 11.000 Teilnehmenden hat dieses Verfahren eine höhere Aussagekraft für gesundheitliche Risiken als der BMI.

Wie berechne ich meinen WHtR?

  1. Messen Sie morgens nach dem Aufstehen und nüchtern.
  2. Legen Sie das Maßband direkt auf die Haut, an der weitesten Stelle des Bauchs – ohne den Bauch einzuziehen.
  3. Atmen Sie vor dem Messen langsam aus.
  4. Teilen Sie den Taillenumfang durch Ihre Körpergröße (beides in Zentimetern).

Beispiel: 80 cm Taillenumfang ÷ 170 cm Körpergröße = WHtR 0,47.

Welcher WHtR-Wert ist normal?

AltersgruppeNormalgewichtÜbergewichtAdipositas
Jugendliche0,34–0,45ab 0,46ab 0,52
unter 40 Jahre0,40–0,50über 0,50über 0,56
über 50 Jahre0,40–0,60über 0,60über 0,66

Werte unter 0,40 deuten auf Untergewicht hin. Dass der Normbereich im Alter steigt, ist gewollt: Eine etwas kräftigere Statur ist mit über 50 Jahren ganz natürlich.

Wie nehme ich gesund ab?

Ist Ihr Wert zu hoch, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe nicht zu schnell abnehmen – also keine Crash- oder Hungerdiät. Denn dabei verlangsamt sich der Stoffwechsel, was das Abnehmen zusätzlich erschwert. Außerdem baut der Körper dann Muskeln statt Fett ab – doppelt ungünstig, weil Muskeln Fett verbrennen und das Immunsystem stärken.

  • Kaloriendefizit: Ernährungsgesellschaften empfehlen etwa 500 Kalorien weniger pro Tag, als Sie verbrauchen.
  • Viel Frisches: reichlich Obst und Gemüse als Rohkost mit ausreichend Ballaststoffen.
  • Bewegung: regelmäßig aktiv sein – zum Beispiel mit Krafttraining.
  • Entspannung und Schlaf: Stresshormone können Hunger auslösen und so zu Übergewicht beitragen.

Häufige Fragen

Was ist der WHtR?

Die Waist-to-Height Ratio, also das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße. Sie zeigt das gesundheitlich riskante Bauchfett besser als der BMI.

Wie berechnet man den WHtR?

Taillenumfang in Zentimetern geteilt durch Körpergröße in Zentimetern. Gemessen wird morgens nüchtern, direkt auf der Haut an der weitesten Stelle des Bauchs.

Welcher WHtR ist normal?

Unter 40 Jahren gilt 0,40 bis 0,50 als normal, über 50 Jahren 0,40 bis 0,60. Bei Jugendlichen liegt der Normbereich bei 0,34 bis 0,45.

Warum ist der WHtR besser als der BMI?

Der BMI unterscheidet nicht, wo das Fett sitzt, und liegt bei muskulösen Menschen oft falsch. Laut einer Studie der LMU München mit über 11.000 Teilnehmenden bewertet der WHtR gesundheitliche Risiken zuverlässiger.

Bildnachweis: © panthermedia.net / Mario Kelichhaus

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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