Zur Nachahmung empfohlen: Mit über 90 „fit wie ein Turnschuh“
Krafttraining ist auch im hohen Alter möglich und sinnvoll – das beweist Frieda Wolf. Nach einem Skiunfall mit 71 Jahren rieten ihr die Ärzte, sich zu schonen. Stattdessen begann sie im FIT PLUS in Landshut zu trainieren – und ist mit über 90 Jahren fitter als nach ihrer Genesung. Entscheidend waren ein gründlicher Eingangscheck, ein behutsamer Einstieg und Regelmäßigkeit.
Vom Skiunfall ins Fitnessstudio
Mit 71 Jahren verletzte sich Frieda Wolf bei einem Skiunfall am Bein. Die Ärzte rieten ihr, sich künftig zu schonen – damit wollte sie sich nicht abfinden. Auf Rat einer Freundin begann sie im FIT PLUS in Landshut zu trainieren. Seit über 20 Jahren kommt sie zwei- bis dreimal pro Woche – bei jedem Wetter mit dem Fahrrad.
„Als Frieda zu uns kam, hatte sie ziemlich lange laboriert, entsprechend schlecht war ihr Fitnesszustand“, erinnert sich Uwe Eibel, Geschäftsführer des FIT PLUS. „Sie wollte sich aber nicht damit abfinden, aufs Abstellgleis gestellt zu werden.“ Heute absolviert sie regelmäßig Übungen an 12 Geräten mit 2 × 20 Wiederholungen und übt im Yogakurs die Fünf Tibeter – bei denen sich Anspannung und Entspannung abwechseln. Viele jüngere Mitglieder können dabei nicht mit ihr mithalten.
Zu ihrem 90. Geburtstag organisierte das Studio eine Feier mit 400 Gästen. Als Uwe Eibel ihr auf der Bühne Blumen überreichte, nahm sie ihm spontan das Mikrofon aus der Hand und „ermahnte“ die jungen Leute zu mehr Trainingsfleiß. Für sie ist Fitness Alltag: Ihre Einkaufstaschen und Wasserkisten trägt sie selbst – ohne regelmäßiges Training wäre das nicht möglich.
Wie gelingt der Einstieg ins Krafttraining im Alter?
Wie bei allen neuen Mitgliedern stand bei Frieda Wolf ein umfassender Eingangscheck am Anfang: Die Belastbarkeit wird getestet und nach Medikamenten gefragt. Darauf basiert ein Einsteiger-Trainingsplan, der körperliche Einschränkungen berücksichtigt. Uwe Eibel erklärt die wichtigsten Grundsätze nach einer Verletzung:
- Aufwärmen: Bei orthopädischen Problemen mindestens 10 Minuten am Cardiogerät, damit der Körper gut durchblutet und die Muskulatur warm ist.
- Einführungstraining: 6–8 Wochen ausschließlich unter Betreuung einer Fachkraft, damit sich der Bewegungsapparat wieder an Belastung gewöhnt.
- Langsam steigern: Sehnen passen sich langsamer an als Muskeln – deshalb nach einer Verletzungspause behutsam vorgehen, um Überlastungen zu vermeiden.
- Neuer Plan: Danach wird die Intensität mit einem abwechslungsreicheren Plan gesteigert.
- Flexibel bleiben: Klappt eine Übung nicht gut, Geräte tauschen, weglassen oder zum Beispiel einen Wirbelsäulenkurs besuchen.
„Man kann hier trainieren und auch ein bisserl tratschen“
Nach dem Aufwärmen macht Frieda Wolf hauptsächlich Krafttraining, weil sie die Kraft im Alltag braucht. „Ausdauertraining mache ich nicht so gern. Das ist mir zu langweilig. Da gehe ich lieber Radfahren an der frischen Luft oder Schwimmen.“ Für viele ältere Mitglieder ist das Ausdauertraining im Studio dagegen wichtig, weil sie es draußen nicht mehr absolvieren können. Warum gerade Krafttraining so viel zur Lebensqualität beiträgt, lesen Sie in Warum ist Krafttraining für Frauen besonders wichtig?.
Das Studio ist für Frieda Wolf auch ein Ort der Begegnung – und jedes Mal, wenn sie heimradelt, klopft sie an Uwe Eibels Bürofenster und winkt. Ihr Appell: „Tut’s was! Die Muskeln müssen bewegt werden. Wenn ich keinen Sport mehr treibe, roste ich ein.“
Video: die Functional-Trainingsfläche im FIT PLUS
Häufige Fragen
Ist Krafttraining im Alter sinnvoll?
Ja. Krafttraining trägt viel zur Lebensqualität im Alter bei, weil es die Kraft für den Alltag erhält, etwa zum Tragen von Einkäufen. Voraussetzung ist ein Eingangscheck und ein angepasster Trainingsplan.
Wie beginnt man nach einer Verletzung wieder mit dem Training?
Mit einem Eingangscheck, mindestens 10 Minuten Aufwärmen am Cardiogerät und einem 6- bis 8-wöchigen Einführungstraining unter fachkundiger Betreuung. Die Belastung wird langsam gesteigert, weil Sehnen sich langsamer anpassen als Muskeln.
Wie oft sollten ältere Menschen trainieren?
Frieda Wolf trainiert seit über 20 Jahren zwei- bis dreimal pro Woche – eine Häufigkeit, die auch allgemein für regelmäßiges Training empfohlen wird.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.
