Gesundheit

Körperliche Aktivität ist eine Universalmedizin für Jung und Alt

Frau beim Laufen – Bewegung als Universalmedizin

Regelmäßige Bewegung ist eine „Universalmedizin“: Sie senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Skelettleiden, Demenz und verschiedene Krebsarten und wirkt gegen Depressionen. Die WHO empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (oder die Hälfte bei anstrengendem Sport); die Frauenärzte der GenoGyn raten zu 150 Minuten Ausdauer plus zwei bis drei Krafteinheiten pro Woche.

Warum macht Bewegungsmangel krank?

„Der heutige Mensch ist nicht für körperliche Passivität geschaffen. Die Evolution hat ihn noch nicht an die überwiegend sitzenden Tätigkeiten angepasst, und ohne genügend Bewegung wird er krank“, sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Frauenarzt und Vorstandsvorsitzender der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn in Köln. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und schwere Skelettleiden resultieren häufig direkt aus Bewegungsmangel – hinzu kommen Folgeerkrankungen von Übergewicht, die meist auf das Zusammenspiel von unausgewogener Ernährung und fehlender Bewegung zurückgehen.

Die WHO stellt bei jedem dritten Erwachsenen und bei mehr als zwei Dritteln der Jugendlichen in Europa starke Defizite bei der körperlichen Aktivität fest; rund eine Million Todesfälle pro Jahr lassen sich in Europa auf Bewegungsmangel zurückführen.

Wovor schützt Bewegung?

Herzinfarkt

Eine australische Studie ergab, dass Bewegungsmangel für Frauen ab 30 der wichtigste Risikofaktor für einen Herzinfarkt ist – noch vor Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck.

Krebs

Die Deutsche Krebsgesellschaft geht davon aus, dass sportlich aktive Menschen ihr Krebsrisiko im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent senken. Laut Deutschem Krebsforschungszentrum sind 12,8 Prozent der Brustkrebsfälle auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Auch nach einer Krebserkrankung hilft Bewegung: Beobachtungsstudien zeigen eine um bis zu 51 Prozent geringere Sterberate bei Brustkrebs und bis zu 61 Prozent bei Darmkrebs. Wer schon vorher aktiv war, hat nachweislich ein geringeres Rückfallrisiko – und auch wer erst nach der Erkrankung aktiv wird, verbessert seine Aussichten.

Diabetes

Bewegung beugt Typ-2-Diabetes vor; auch die Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes lässt sich mit Bewegung und angepasster Ernährung senken.

Demenz und Depression

US-Neurowissenschaftler aus Maryland fanden heraus, dass körperliche Aktivität einen gewissen Schutz vor neurodegenerativen Veränderungen des Gehirns bietet. Für die rund 1,5 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland bedeutet das zwar keine Heilung, aber möglicherweise eine Verzögerung der Symptome. „Senioren müssen keine Leistungssportler werden, sondern sollten auf Regelmäßigkeit setzen“, so Dr. Klinghammer. Bewegung wirkt zudem gegen Depressionen.

Wie viel Bewegung ist gesund?

WHO150 Minuten moderate Bewegung pro Woche oder 75 Minuten anstrengender Sport
GenoGyn150 Minuten moderates Ausdauertraining plus 2–3 Krafteinheiten pro Woche
Andere Empfehlungen30–45 Minuten täglich, z. B. Gartenarbeit, Schwimmen, zügiges Gehen oder Golf

Wie viel Bewegung optimal ist, hängt von Alter, Gesundheit und sportlicher Vorgeschichte ab. Dr. Klinghammer empfiehlt, mit einer Präventionsexpertin oder einem -experten ein individuelles Programm aufzustellen, das sich dauerhaft ins Leben integrieren lässt; viele Frauenärztinnen und -ärzte der GenoGyn bieten das an. Ergänzend helfen Alltagstipps: Treppe statt Aufzug, Telefonieren im Stehen.

Warum schon Kinder mehr Bewegung brauchen

Die Lust an Bewegung wird bereits in der Kindheit geweckt – oder ausgebremst. Die Folgen von Bewegungsmangel zeigen sich oft erst im Erwachsenenalter als Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Bluthochdruck oder Rückenleiden. Die GenoGyn fordert deshalb mehr Schulsport und die Förderung des Breitensports; ärztliche Präventionsempfehlungen allein hält sie für unzureichend. Mehr dazu: Macht unsere bewegungsarme Gesellschaft unsere Kinder krank?

Häufige Fragen

Wie viel Bewegung empfiehlt die WHO?

Mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche oder alternativ die Hälfte der Zeit bei anstrengendem Sport.

Senkt Sport das Krebsrisiko?

Ja. Laut Deutscher Krebsgesellschaft senken sportlich aktive Menschen ihr Krebsrisiko im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent.

Schützt Bewegung vor Demenz?

Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung einen gewissen Schutz vor neurodegenerativen Veränderungen des Gehirns bietet und Demenzsymptome verzögern kann.

Was ist der wichtigste Herzinfarkt-Risikofaktor für Frauen?

Laut einer australischen Studie ist für Frauen ab 30 Bewegungsmangel der wichtigste Risikofaktor – noch vor Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck.

Quelle: Pressemitteilung der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn, Köln.

Bildnachweis: © picjumbo.com

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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